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Frisch „gepoppt“ schmeckts am besten

Popcorn ist für immer mehr Menschen längst mehr als nur Kinobegleiter – ob süß, salzig oder extravagant gewürzt, es erobert auch das Wohnzimmer. Doch wie kommt das Popcorn eigentlich in die Tüte?

 

Landwirt Phillipp Momeyer aus Wrestedt führt einen vielseitigen Hof: Er baut Weizen, Roggen und Rüben an und unterhält eine Reihe von Agrarumweltmaßnahmen auf seinem Acker. Zudem hält er Mastschweine in modernen Ställen, die den Tieren mehr Platz und extra Beschäftigungsmaterial bieten. Für sie wird Körnermais angebaut. 

 

In Sachen Maisanbau verfolgt der innovative Landwirt aber nun auch neue Wege: Neben Kolbenmais für den Heimtiermarkt baut er auf circa sechs Hektar zum zweiten Mal Körnermais für die Popcornherstellung an – ein seltenes und spannendes Projekt. Popcornmais sieht auf den ersten Blick aus wie jeder andere Mais – doch seine spezielle Genetik macht den Unterschied. 

 

Im Frühjahr wird der Boden sorgfältig vorbereitet und mit einer normalen Grunddüngung versorgt. Danach wird der Mais gelegt und zurückhaltend gedüngt. „Besonders wichtig ist eine intensive Bewässerung bis kurz vor der Blüte, um eine kräftige Pflanzenentwicklung zu fördern“, sagt Phillipp Momeyer. Die Kolben bleiben kleiner als die des Silomaises. Auffällig ist: „Die Schale des Popcornmaises ist deutlich härter“, verdeutlicht der Landwirt. In unserer Region fehlt es oft an Wärme, um Druschreife zu erreichen – daher werden die ganzen Kolben geerntet. Wann ist es Zeit zu ernten? „Wenn genügend Trocknungskapazitäten vorhanden sind“, lacht Phillipp Momeyer. Die Maispflanzen sollten vollständig ausgereift sein. Der Stängel ist trocken, die Blätter noch leicht grün und der Kolben lässt sich problemlos von der Pflanze lösen. Die Körner weisen idealerweise eine Restfeuchte von etwa 35 bis 40 Prozent auf. 

 

Geerntet wird mit einem Spezialerntegerät. Zwei Reihen Maispflanzen werden in das Schneidwerk eingezogen, runtergezogen und die Kolben werden abgerissen. Auf dem Walzentisch entfernen Walzen die den Kolben umschließenden Lieschblätter, bevor die Kolben über ein Förderband in den Bunker gelangen. Die verbleibenden Pflanzenreste werden gemulcht, in den Boden eingearbeitet und anschließend wird Roggen neu eingesät.

 

 


 


 

Wie wird aus Maiskorn - Popcorn? 

 

„Wir trocknen die Kolben mit warmer Luft – nicht zu heiß und nicht zu kalt“, erklärt Phillipp Momeyer. Anschließend werden die Körner vorsichtig abgerieben: In einer speziellen Maschine mit mehreren Förderbändern lösen sie sich durch vorsichtige Reibung vom Kolben. Bruchstücke werden danach in einer Reinigungsanlage entfernt, die zudem mit einer Farbsortierung arbeitet. So werden auch Körner mit abweichender Farbe aussortiert. Am Ende entsteht ein hochwertiges Produkt – Maiskörner, die im Kino oder zu Hause perfekt schmecken. „Etwa 14 bis 15 Prozent Wasser muss das Korn enthalten, damit sich die Schale beim Erhitzen öffnen kann“, weiß Phillipp Momeyer. „Beim Poppen entsteht im Inneren Wasserdampfdruck, der so lange zunimmt, bis die Schale aufreißt, dann springt das Korn auseinander.“

 


 

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Welcher Popcorntyp sind Sie?

 

Für den klassisch süßen Popcorngenuss braucht es außerdem rund 50 Prozent Zucker, bezogen auf das Maisgewicht, sowie etwas Sonnenblumenöl – mehr nicht. Es gibt zwei Haupttypen von Popcornmais. „Der sogenannte Butterfly-Typ ist die Sorte, die man am häufigsten im Kino findet“, weiß Phillipp Momeyer. Beim Erhitzen springt sie weit auf und bildet die typisch unregelmäßige, „flatternde“ Form – ideal, um Gewürze oder Zucker gleichmäßig aufzunehmen. 

 

Der Mushroom-Typ hingegen ist eher rund und kompakt. Diese Sorte begegnet man meist im Supermarkt oder in Spezialitätengeschäften, oft mit Schokolade oder Kuvertüre überzogen. Damit das Popcorn letztlich den Weg in die Tüte findet, verkauft Momeyer seinen Mais an einen Großhändler. Der größte Teil des weltweit gehandelten Popcornmaises stammt aus Südamerika, wo das Klima ideale Bedingungen für diese Maisart bietet. In Deutschland ist der Anbau von Popcornmais noch eine echte Nische: Nur etwa zehn Landwirte widmen sich dieser besonderen Kultur.