„Wir müssen als Berufsstand zusammenhalten“ – Delegiertenversammlung des BVNON

Bei der Mitgliederversammlung des Bauernverbandes Nordostniedersachsen e.V. am 26.06.2018, kamen Delegierte aus den drei Landkreisen zusammen, um sich über die Arbeit Ihres Verbandes im vergangenen Jahr zu informieren und an Beschlüssen und Diskussionen darüber teilzuhaben, wie sich der BVNON künftig aufstellt und agiert.

BVNON-Vorsitzender Thorsten Riggert griff in seinem Bericht viele der derzeit wichtigen Themen auf. Darunter waren z.B. die künftige Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln jeglicher Art oder auch die Klage der EU gegen Deutschland im Zusammenhang mit der Belastung des Grundwassers durch Nitrat. Hier stelle sich vor allem die Frage, wie eine Anordnung für tatsächlich belastete Gebiete aussehen könne. Diese müssen die Länder noch ausarbeiten und der Bauernverband setze sich fortwährend dafür eins, dass die Maßnahmen im Rahmen dieser Anordnung nach der Notwendigkeit aufgrund regionaler Gegebenheiten, gezielt und differenziert gestaltet werden, versprach der Vorsitzende. Auch die immer wiederkehrende Diskussion mit um die Notwendigkeit von Beregnung sprach Riggert an. Diese sei nicht nachvollziehbar, da es zum einen inzwischen erwiesen sei, dass sich bislang immer wieder ausreichend Grundwasser neu bilde. Zum anderen zeige sich insofern eine gewisse Doppelmoral, dass man die Notwendigkeit der Bewässerung für die Erzeugung von Lebensmitteln in Frage stelle, Autowaschen und Rasen bewässern, hingegen aber immer eine Selbstverständlichkeit sei.


Auch im Bereich der Tierhaltung gebe es nach wie vor ungeklärte Fragen: So stehe beim Thema Ferkelkastration der 31.12.2018 zwar als Ausstiegsdatum fest, alternative Vorgehensweisen seien jedoch nach wie vor nicht annähernd in Sicht. Am Ende bleibt vielen Tierhaltern aufgrund der fehlenden Entscheidungsbereitschaft nur noch der komplette Ausstieg.


„Niemand in der Politik entscheidet mehr etwas“,


stellte Riggert fest. „Wie steht es um Deutschland?“ fragte er anschließend in die Runde. Vieles werde nur noch nach vermeintlich gesellschaftlichem Willen entschieden, Fakten zählen überhaupt nichts mehr. „Wenn 1+1=3 ist, nur, weil es gesellschaftlicher Wille ist, dann könnten wir dichtmachen und zur Schule bräuchte auch niemand mehr gehen“, warnte Riggert. “Kompromisse müssen gemacht werden, Entscheidungen getroffen und Verantwortung übernommen werden“, hielt der Vorsitzende fest. Das gelte in allen Bereichen in der derzeitigen politischen Lage, nicht nur in der Landwirtschaft. Und deshalb sei es wichtig, dass wir als Landwirte füreinander einstehen: „Wir müssen als Berufsstand zusammenhalten“, forderte er die Anwesenden auf, „um uns politisch Gehör zu verschaffen.“

Anschließend berichteten Geschäftsführer Johannes Heuer und sein Stellvertreter Claas Steinhauer, über Neuigkeiten aus den Geschäftsstellen, darunter die wichtigen Themen Finanzen und Personalentwicklung. Auch die Öffentlichkeitsarbeit des Verbandes wurde thematisiert, wie z.B. der gerade zu Ende gegangene „Tag des offenen Hofes“, die „Steckrübe“, das „LEUE“-Projekt oder auch die Internationale Grüne Woche. „Öffentlichkeitsarbeit geht nur mit den Betrieben, deswegen gilt unser Dank allen Familien die sich dafür engagieren und auch allen Unterstützern, Sponsoren usw.“, betonte Geschäftsführer Johannes Heuer.


Die abschließende sehr angeregte Diskussionsrunde, wurde vom stellvertretenden Vorsitzenden Adolf Tebel geleitet. Viele Fragen und Aspekte zu bereits Gehörtem wurden erneut aufgegriffen, aber auch Anregungen seitens der Delegierten diskutiert. Tebel rief die Anwesenden am Ende auf, trotz allem weiterhin optimistisch zu sein und auch das Positive zu sehen. Es bringe nichts den Kopf hängen zu lassen.


Zudem dankte Tebel seinem Mitstreiter Thorsten Riggert für sein enormes Engagement und seinen permanenten Einsatz für die Landwirtschaft in Nordostniedersachsen, im inzwischen fast vollendeten zehnten Jahr nach der Fusion der drei Kreisverbände 2008.

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