Regierungsbildung in Zeiten politischer Skepsis – Wie wird Deutschland künftig regiert?“

Unter dieses Motto hatte der Bauernverband Nordostniedersachsen e.V. seinen Netzwerkabend auf der Internationalen Grünen Woche gestellt. Zu dieser Frage hatte sich der BVNON einen echten Experten geholt: Michael Grosse-Brömer. Seit 2012 ist er Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag und als solcher zurzeit federführend bei den bisherigen Sondierungsgesprächen, bzw. dann nun Koalitionsgesprächen mit der SPD. In seinem Impulsreferat gab er Einblicke in die schwierige Gemengelage und den besonderen Druck unter dem die Verhändler stehen, im inzwischen vierten Monat ohne funktionierende Regierung. Eine Lücke in die auf EU – Ebene inzwischen andere hineinstießen, wie er mahnte. Grosse-Brömer betonte, seine Partei sei jederzeit bereit zu regieren. Misstrauen gegenüber der Politik, sei für ihn nichts Neues, es sei jedem klar, dass Politiker nicht die beliebteste Berufsgruppe sei. Aber er habe den klaren Willen zu gestalten. Deshalb hatte er mit Blick auf die bereits gescheiterten Jamaika-Verhandlungen auch eine klare Botschaft an die überaus ablehnende Nachwuchsorganisation seines neuen/alten möglichen Koalitionspartners. „Es ist besser zu regieren, als nicht zu regieren!“ Man könne ja jederzeit eigene Ideen und Impulse mit einbringen, machte er deutlich. Auf die Nachfrage, ob die CDU beim Scheitern einer „GroKo“ für eine Minderheitsregierung zur Verfügung stehe, hielt Grosse-Brömer sich bedeckt: „Wie es weitergeht, liegt dann beim Bundespräsidenten.“

Die Landwirtschaft werde in einer neuen großen Koalition auf jeden Fall einen großen Stellenwert haben, versicherte der CDU-Politiker. Die CDU werde auch wieder die Leitung des Landwirtschaftsresorts übernehmen: „Wir mögen die Jungs“, sagte er. Wer Landwirtschaft und den Erhalt des ländlichen Raumes wolle, müsse auch etwas dafür tun. 

Thorsten Riggert, Vorsitzender des Bauernverbandes Nordostniedersachsen, hatte zuvor in seiner Einleitung zu dem Thema dargelegt, welche vielschichtigen Erwartungen durch Gesellschaft und Politik an die Landwirte gestellt werden – man solle nachhaltiger, ökologischer und tierfreundlicher produzieren. Und bei alledem habe die Politik stets versprochen, sie wolle die Landwirte unterstützen, erinnerte Riggert die anwesenden Abgeordneten des Bundestages, insbesondere von CDU und SPD, an ihr Versprechen. Der Vorsitzende stellte aber eindeutig klar, dass die Landwirte nicht dauerhaft am Tropf der EU hängen möchten: „Wir wollen unser Einkommen am Markt erwirtschaften!“, betonte er fest. 

Nach dem Vortrag wurde reichlich weiter diskutiert über dieses Thema und weitere Fragen, die die Landwirtschaft betreffen. Auch die Landräte Manfred Nahrstedt aus Lüneburg, Dr. Heiko Blume aus Uelzen und Jürgen Schulz aus Lüchow-Dannenberg diskutierten mit. Der ehemalige Landvolkpräsident und DBV-Vizepräsident Werner Hilse nutzte die Chance ebenso zum Austausch, wie die Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Lüneburg, Eckhard Pols (CDU), für den Wahlkreis Celle-Uelzen Kirsten Lühmann (SPD) und Henning Otte (CDU). Auch die neue Leiterin des Amtes für regionale Landesentwicklung (ArL) Monika Scherf war angereist. Ganz besonders erfreut waren die Gastgeber über den Besuch von Prof. Andreas Hensel, dem Präsidenten des Bundesinstitutes für Risikobewertung, der trotz einer Parallelveranstaltung der Einladung des BVNON gefolgt war und für Gespräche zur Verfügung stand. 

Unter den Gästen war neben der amtierenden Heidekartoffelkönigin Luisa, auch die frisch ernannte Heidekartoffelprinzessin Kristin Meyer. Kristin ist 24 Jahre alt und kommt aus dem kleinen Ort Nateln bei Rosche im Kreis Uelzen. Sie ist die Nachbarin der amtierenden Heidekartoffelkönigin, Luisa Hasse. Kristins Eltern haben einen Landwirtschaftsbetrieb mit Kartoffeln, was sie zu einer ausgewiesenen Expertin in Sachen Kartoffeln macht. Die Heidekartoffelprinzessin hat eine landwirtschaftliche Lehre absolviert und dann zweijährige Fachschule in Celle besucht. Derzeit studiert sie in Osnabrück Landwirtschaft. Aufgrund der nachbarschaftlichen Nähe kam die Idee, dass Kristin Heidekartoffelprinzessin wird, natürlich durch die Heidekartoffelkönigin, Luisa Hasse, zustande.

Luisa genießt es im Rampenlicht zu stehen: „Das ist ein schönes Gefühl.“ Ihr persönliches Highlight auf der IGW war die Produktparade am vergangenen Sonntag. Nach der Grünen Woche geht es für die Königin gleich weiter: im Februar steht ein Besuch der „Fruit Logistica“ auf dem Plan. 

Zu den weiteren Gästen, die sich am Abend in der Niedersachsenhalle versammelten, zählten die Hauptverwaltungsbeamten und Vertreter aus dem Handel von Banken und Genossenschaften. Die Vertreter der landwirtschaftlichen Vereine und Bezirksverbände sowie der Vorstand des BVNON folgten ebenfalls der Einladung nach Berlin. Am Ende waren es gut 110 Personen, die sich in entspannter Atmosphäre und bei leckerem Essen zum Gedankenaustausch über Landwirtschaft eingefunden hatten.

BVNON-Vorsitzender Riggert zeigte sich sichtlich erfreut über die tolle Resonanz auf die Einladung. Seinen Dank richtete er nicht nur an die Gäste, sondern auch an das Team des Elbe-Wendland-Standes für den guten Messeverlauf und die gute Zusammenarbeit während der Messe in der neu gestalteten Niedersachsenhalle.

Der Netzwerkabend des Bauernverbandes Nordostniedersachsen e.V. (BVNON) im Rahmen der Internationalen Grünen Woche hat sich im Verlauf der Jahre zu einem hochkarätigen Branchentreffen zwischen lokalen und überregionalen Akteuren der Landwirtschaft während der IGW entwickelt. Immer mehr Vertreter aus Politik, regionaler Verwaltung und (Land-) Wirtschaft folgen alljährlich der Einladung des BVNON. Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren, die den Empfang möglich gemacht haben. Hierzu zählen die Avacon Natur GmbH, Rudolf Peters Landhandel, die Lünekartoffel-Vertrieb GmbH & Co. KG, Vereinigte Saatzuchten Ebstorf-Rosche eG (VSE), Nordzucker AG, Helle Niedersachsen Raiffeisen Kartoffel GmbH, die AVEBE Kartoffelstärkefabrik Prignitz/Wendland GmbH, seit diesem Jahr neu dabei, die VR Plus Altmark-Wendland eG.

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