Neue Gemeinsame Agrarpolitik – Was heißt das für unsere ländlichen Räume?

Rund 150 Landwirte trafen sich am Dienstag, den 18. Februar in Meyers Gasthaus in Hanstedt II zur Kreisversammlung Uelzen des BVNON. Thorsten Riggert eröffnete die Veranstaltung und freute sich über den gut gefüllten Saal. Auffällig gut vertreten war der landwirtschaftliche Nachwuchs. Es hatten sich außergewöhnlich viele Junglandwirte auf den Wegzur Kreisversammlung gemacht. Bei den Vertretern aus Wirtschaft, Landwirtschaft und Politik bedankte sich Riggert für die gute Zusammenarbeit.„Wir haben genügend Berührungspunkte und viele gemeinsame Themen“, so der Vorsitzende des BVNON.

Landrat Dr. Heiko Blume sieht die Landwirtschaft in der Region Uelzen als einen wichtigen Wirtschaftsfaktor. Den Landwirten erklärte der Landrat, dass sich die Vorrangflächen für Windenergie von momentanen 800 Hektar zukünftig verdoppeln werden. Außerdem solleder Entwurf des Raumordnungsprogrammes in diesem Jahr umgesetzt werden. Blume hob hervor, wie wichtig die Gründung des Dachverbandes Feldberegnung für die Region Uelzen sei. Lobend erwähnte er den Konsens zwischen dem Landkreis, dem BVNON und den Mitstreitern des zukünftigen Dachverbandes.

Das Thema Wasser und Beregnung sei tatsächlich ein zentrales Thema der hiesigen Landwirte, unterstrich Thorsten Riggert in seinem Bericht. Schließlich sei Uelzen der am stärksten beregnete Landkreis in Deutschland. Das mache die Gründung des Dachverbandes Feldberegnung umso wichtiger. In seinen Ausführungen legte Riggert sein Hauptaugenmerk auf die öffentliche Wahrnehmung der Landwirtschaft. Im vergangenen Jahr hätte sich die Politik auffällig stark auf das Thema Landwirtschaft gestürzt. Natur, Tiere und Nahrung sind ein emotional besetztes Thema. Von den Medien würde den Landwirten oftmals eher der Spaßstempel aufgedrückt. „Wir müssen davon leben. Landwirtschaft ist kein Hobby“, so Riggert. Er beobachte, dass die Politik bio und konventionell gegeneinander ausspielt. Dabei seien es zwei Bewirtschaftungsformen, die nebeneinander existieren können und sollten.

„Es bringt nur Früchte, wenn wir agieren und nicht nur reagieren“, erklärt der Landwirt aus Klein Süstedt. Um mehr Transparenz für die Landwirtschaft zu schaffen, kümmert sich der BVNON verstärkt um den  Bereich der  Öffentlichkeitsarbeit – ist kontinuierlich im Internet und in den neuen Medien unterwegs. Letztendlich produziere der Landwirt nur das, woran sich der Kunde im Regal des Supermarktes bedient. Riggerts abschließender Appell galt der Politik.  „ Die Politik sollte auf Fachwissen und nicht nur auf Emotionen und Berichte hören“, forderte der Vorsitzende des BVNON.

In seinem knapp einstündigen Vortrag ging Dr. Wilfried Steffens, Landvolk Niedersachsen auf die Auswirkungen der GAP-Reform auf die Landwirtschaft und die ländlichen Räume ein. Die Brüsseler Verordnung sei nun rechtskräftig. Was dort beschlossen wurde, wolle er den  Landwirten näher erläutern. In seinem Vortrag referierte Dr. Steffens über die Herausforderungen, Chancen und Ziele einer gemeinsamen Agrarpolitik. Was passiert  mit den Direktzahlungen? Wie verhält es sich mit den Zahlungsansprüchen? „Wir haben nicht mehr Geld für die ländlichen Räume, sondern nur eine andere Verteilung“, erklärte Dr. Steffens. Bis 2020 stünden uns noch viele Reformen bevor, befürchtete der Experte. Eine wichtige Frage brannte dem Publikum unter den Nägeln. Können sich die Landwirte in Zukunft auf weniger Bürokratie freuen? Hier sah der Experte erhebliche Zweifel.

Ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung waren die Wahlen zum Vorstand. Einstimmig wiedergewählt in den Vorstand des BVNON wurden für drei weitere  Jahre  Lutz Meyer aus Güstau und Thorsten Riggert aus Klein Süstedt.

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