„Großes Kino“ beim 4. Bauerntag in Lemgow

„Das was die Familie Kaufmann hier abgeliefert hat, war ganz großes Kino!“ Mit diesen Worten fasste der Geschäftsführer des Maschinenringes Lüchow, Hauke Mertens, den „Bauerntag“ in Lemgow am vergangenen Freitag, dem 26.06.2015, zusammen. Die Resonanz auf dieses „Kino“ war riesig. Zahlreiche Organisationen, Verbände und Dienstleister aus dem Umfeld der Landwirtschaft, aber auch viele Besucher zeigten sich auf dem Bauerntag.

Hoch zufrieden waren alle Veranstalter des Bauerntages: der Bauernverband Nordostniedersachsen e.V., der Maschinenring Lüchow e.V. und die Landberatung Lüchow-Dannenberg e.V. Die Zusammenarbeit zwischen den drei Vereinen ist in Lüchow-Dannenberg schon immer sehr gut.

Das Ziel der Veranstaltung, die Vernetzung landwirtschaftlicher Organisationen und deren Partner zu untermauern, sahen die Veranstalter voll erfüllt: „Wichtig war uns die Botschaft - wir machen was für unsere Landwirte“, so Heinrich Sasse, Vorsitzender des Maschinenrings Lüchow-Dannenberg e.V. „Wir hatten wirklich viel Fachpublikum“, freute er sich.

Rund 250 Besucher tummelten sich in entspannter und interessierter Atmosphäre auf dem Hof der Kaufmann GbR in Trabuhn. Bei dem inzwischen vierten Lüchow-Dannenberger „Bauerntag“, zeigte sich Lüchow-Dannenbergs Landwirtschaft von seiner besten Seite. 

Heinrich Meyer, Vorsitzender des Maschinenrings Lüchow begrüßte und eröffnete die Fachveranstaltung und Gastgeber Horst Kaufman, zugleich Bürgermeister der Gemeinde Lemgow, richtete ein Grußwort an die Gäste und erklärte, dass er ein realistisches Bild der heutigen Landwirtschaft zeigen wolle. 

Zu sehen und zu erleben gab es dann auch jede Menge: Für die Kleinen eine Hüpfburg und für die Großen jede Menge Technik und geführte Touren entlang von Anbauversuchen. So wurden zum Beispiel Feldversuche vorgestellt, darunter Weizen und Triticale –Sorten, die von Horst und Markus Kaufmann gemeinsam mit den Züchtern und der Landberatung angelegt wurden. Bemerkenswert waren auch die Touren zum Raps und zu den Zuckerrüben und einer Station an der die Bodenfruchtbarkeit thematisiert wurde. Dr. Franz Antony vom Ingenieurbüro Ingus in Hannover, erläuterte den Landwirten ein frisch ausgehobenes Bodenprofil. „Die Bodenfruchtbarkeit und das Bodengefüge müssen stärker in den Fokus rücken“, so seine Botschaft. Er gab u.a. zahlreiche praktische Tipps um das Bodengefüge zu verbessern, den ph-Wert anzuheben und etwas für das Bodenleben zu tun.

Auf großes Interesse stießen auch die neuen Zuckerrübensorten, die von Ralf Wrede von der Nordzucker erläutert wurden. Die Sorten Hannibal und Annika machen insgesamt rund 40% der Rüben aus, die an die Nordzucker geliefert werden, erklärte er. An der Station kam der Experte natürlich nicht umhin, mit den Landwirten über den Rübenanbau nach dem Ende der Zuckermarktordnung zu diskutieren.  

Ein Höhepunkt war der bemerkenswerte Vortrag von Dr. Rüdiger Fuhrmann, von der Nord/LB in Hannover, unter dem Titel “Ist der Agrarboom schon zu Ende?- Marktentwicklung im Umfeld der Agrarproduktion und ihre Bedeutung für den Einzelbetrieb“. „Wir hatten guten Jahre“, so sein Eingangsstatement. Fuhrmann appellierte an die anwesenden Landwirte sich auf jeden Fall Liquiditätsrücklagen zuzulegen, denn das Phänomen „der stark volatilen Märkte, wird uns auf jeden Fall dauerhaft begleiten, schließlich bewegen wir uns auf dem Weltmarkt“, stellte er fest. Aber darauf könne man sich einstellen. So glaube er auch, dass die zuletzt so stark gestiegenen Bodenpreise mittelfristig einmal wieder sinken werden. Er mahnte an, Deutschland dürfe das Ziel der Kostenführerschaft nicht aufgeben, nur dann könne man dauerhaft wettbewerbsfähig bleiben. Alle Bereiche innerhalb der Landwirtschaft sieht der Finanzexperte gleich gut aufgestellt, um die Herausforderungen der Märkte zu bewältigen, so sein Fazit.

„Informationen kann man sich aus vielen Quellen holen“, erklärte Moderatorin Urte Rötz nach dem Vortrag von Dr. Fuhrmann. „Aber es war uns wichtig die Expertise auch einmal in unsere Region zu holen, damit die Landwirte solche Botschaften einmal live und in Farbe erhalten“, so die stellvertretende Geschäftsführerin des BVNON zufrieden.

Dies ist in jedem Falle gelungen.

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