Frisches Denken und neue Ideen für die landwirtschaftliche Kommunikation: “Ohne Buern ward dat nix!“

Der Netzwerkabend des Bauernverbandes Nordostniedersachsen e.V. (BVNON), im Rahmen der Internationalen Grünen Woche, ist im Laufe der Jahre zu einem wertvollen und wichtigen „Branchentreffen“ zwischen lokalen und überregionalen Akteuren der Landwirtschaft geworden. Zahlreiche Vertreter aus Politik, regionaler Verwaltung und (Land-) Wirtschaft hatte der Bauernverband zum Empfang geladen. Viele sind der Einladung gefolgt. Am Ende waren es gut 120 Personen, die sich in entspannter Atmosphäre und bei leckerem Essen zum Austausch über aktuelle Themen aus dem Bereich Landwirtschaft eingefunden hatten.

Thorsten Riggert, Vorsitzender des BVNON, begrüßte alle Anwesenden. Seinen Dank richtete er insbesondere an das Team des Elbe-Wendland-Standes für den guten Messeverlauf. Mit den Worten „Es macht wieder Spaß hier!“, betonte er die gute Zusammenarbeit vor und während der Messe.

Dann führte Riggert in das Thema des Abends ein und reflektierte das vergangene, sehr bewegte Jahr in Sachen Landwirtschaftspolitik. Der BVNON-Vorsitzende mahnte, dass Politik und Medien inzwischen die Deutungshoheit der Landwirtschaft übernommen haben und dass es aufgrund dessen dringend erforderlich sei, dass die Branche selbst noch viel verstärkter öffentlich in Erscheinung tritt. „Marketing ist bitter nötig“, so sein Resümee. Mehr denn je, angesichts der zurzeit „katastrophalen Märkte für Fleisch, Milch und Zucker.“

 

Anschließend übernahm Dr. Christian Schmidt, von der Marketinggesellschaft der niedersächsischen Land- und Ernährungswirtschaft e. V. das Wort und machte den Landwirten Mut. Die Grundvoraussetzungen seien gar nicht so schlecht, führte er ein. „46 % der Deutschen haben ein Interesse an Landwirtschaft“, sagte Schmidt, das würde manche Branche nie erreichen und dies sei auch eine Chance. Die Herausforderungen lägen eher darin, die zum Teil abweichenden Vorstellungen der Öffentlichkeit von der landwirtschaftlichen Wirklichkeit in der Tierhaltung, dem Umgang mit Ressourcen und dem Umweltbewusstsein in der Produktion in Einklang zu bringen. Diesem gelte es sich zu stellen.

Da Landwirtschaft sehr vielschichtig ist, käme es beim landwirtschaftlichen Marketing darauf an, die „Komplexität zu reduzieren.“ Wichtig sei es zudem, die Regionalität zu betonen, denn ein Satz wie „Ohne Buern ward dat nix!“ funktioniere eben am besten in unserer Region, lobte der Marketingexperte mit Blick auf die Initiative des Bauernverbandes Nordostniedersachsen!

 

Ein Kernpunkt seiner Ausführungen, denen alle Anwesenden sehr gespannt folgten, war jedoch die Frage nach dem echten Absender mancher, in der Öffentlichkeit kritisierter, Produktionsfaktoren. So würden VW oder EDEKA beispielsweise auch in bestimmten Situationen auf seine Zulieferer verweisen, gab er den Anwesenden zu bedenken. Und für die Landwirte gelte deshalb auch, dass man sich auf seine Lieferanten verlassen können müsse, forderte er. Verbesserungsbedarf sieht Schmidt zudem in der Infrastruktur des landwirtschaftlichen Marketings und sprach sich für einen übergeordneten Kooperationsansatz aus.

Nach diesen Ausführungen übernahm Thorsten Riggert noch einmal das Wort und richtete einen Wunsch an alle Anwesenden: „Wir als Branche müssen das zusammen machen. Bitte unterstützen Sie uns.“

Im Anschluss an das Impulsreferat wurde sich reichlich auseinandergesetzt über dieses Thema und auch über weitere Fragen, die die Landwirtschaft betreffen. Auch Landrat Manfred Nahrstedt aus Lüneburg und Landrat Dr. Heiko Blume aus Uelzen diskutierten mit. Landvolkpräsident Werner Hilse nutze die Chance ebenso zum Austausch, wie die Bundestagsabgeordneten für den Wahlkreis Lüneburg, Eckhard Pols (CDU) und Henning Otte (CDU) für den Wahlkreis Celle-Uelzen.

 

Vermisst wurde in diesem Jahr die Anwesenheit der Bad Bevenser Heidekartoffelkönigin, die normalerweise beim Treffen der „Heidekartoffelregion“ nicht fehlen darf. Da die Königin aber im wahren Leben studiert und Prüfungen hat, mussten die Veranstalter ohne sie zurechtkommen. Zu den weiteren Gästen, die sich am Abend in der Niedersachsenhalle versammelten, zählten die Hauptverwaltungsbeamten und Vertreter aus dem Handel von Banken und Genossenschaften. Die Vertreter der landwirtschaftlichen Vereine und Bezirksverbände sowie der Vorstand des BVNON folgten ebenfalls der Einladung nach Berlin.

Wolf Winkelmann, Geschäftsführer des BVNON, äußerte sich sehr zufrieden mit dem Verlauf des Empfangs. „In diesem Jahr gefiel mir besonders, dass der Vortrag von Dr. Schmidt viele der Gäste dazu veranlasste, den Bedarf an Marketing für die eigene Branche zu hinterfragen. Für uns gilt das natürlich für die Landwirtschaft.“

 

Ein besonderer Dank gilt den Sponsoren, die den Empfang möglich gemacht haben. Hierzu zählen die Avacon Natur GmbH, Rudolf Peters Landhandel, die Lünekartoffel-Vertrieb GmbH & Co. KG, Vereinigte Saatzuchten Ebstorf-Rosche eG (VSE), Nordzucker AG, Helle Niedersachsen Raiffeisen Kartoffel GmbH und die AVEBE Kartoffelstärkefabrik Prignitz/Wendland GmbH.

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