Blühstreifen bieten Futter für Insekten und mehr

Niedersachsens Bauern machen weiter – so wie Ackerbauer Robert Rippke

L P D – Der Boden staubt, wenn Robert Rippke ihn mit Trecker und Drillmaschine bearbeitet. Denn ganz im Nordosten Niedersachsens, in Lüchow-Dannenberg, sind die Böden leicht und sandig. Der Landwirt, der den Bauernhof nach dem Studium der Agrarwissenschaften in Osnabrück vor vier Jahren von seinen Eltern übernommen hat, schätzt die Vielseitigkeit seines Berufes. Neben Getreide, Kartoffeln und Zuckerrüben baut er Mais für seine Biogasanlage an und bewirtschaftet 35 Hektar Grünland.

Auf einem Teil seiner Flächen legt er zudem Blühstreifen, Schutzstreifen mit Ackerwildkräutern, Gewässerrandstreifen und sogenannte Ortolan-Streifen an. Insgesamt hat er 16 Prozent seiner 250 Hektar großen Ackerfläche extensiviert und bringt dort keinen Dünger und keine Pflanzenschutzmittel aus. „Blühstreifen sind toll!“, schwärmt der 30-Jährige, der sich in zahlreichen Projekten für den Natur- und Gewässerschutz einsetzt. Er richtet zum Beispiel gezielt Brachflächen ein, sät Untersaaten im Mais und kooperiert mit weiteren Flächen unter anderem mit dem Wasserversorger vor Ort.

Bei den Blühstreifen spricht er seit mehr als zehn Jahren die speziellen Mischungen mit dem Landhandel ab und sät sie dort aus, wo es am sinnvollsten ist. „Am Waldvorsprung wird der Blühstreifen vom Wild gut angenommen“, hat er beobachtet. Zudem handelt es sich um strukturierte Blühstreifen, bei denen jedes Jahr nur 50 bis 70 Prozent neu bestellt werden – der Rest wird in Ruhe gelassen. „Für die Wildbienen und andere Insekten ist der ruhende Boden wichtig zum Überleben“, schildert Rippke seine Erfahrungen. Viele Arten würden davon profitieren und dort überwintern. „Wenn alles abgeerntet ist, bieten die Blühstreifen Struktur in der Feldmark“, nennt er einen weiteren Vorteil. Dort fühle sich auch das Niederwild wie Fuchs und Hase wohl.

Die Ortolan-Streifen, auf denen eine Getreide-Leguminosen-Mischung die getreidefruchtfolge bereichert, werden hingegen nur in bestimmten Gebieten angesät. Der Vogel fühlt sich vor allem in niederschlagsarmen Regionen mit leichten Sandböden wohl, braucht aber auch alte Bäume als Singwarten. „Davon haben wir hier einige“, weist Rippke auf die schöne Landschaft im Wendland hin. Er ist froh, dass die Zusammenarbeit mit der unteren Naturschutzbehörde, dem Landkreis und dem Imker Harald Brandt so gut funktioniert. „Da kann man auch mal eigene Ideen einbringen“, freut sich der Landwirt. Er spricht seine Planungen im Vorfeld ab und hält engen Kontakt zu allen Beteiligten. Der Bauernverband Nordostniedersachsen hat die gute Zusammenarbeit in einem Video festgehalten, das auf facebook zu sehen ist. (LPD 38/2020)

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